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Manisch - Manie - Manische Symptome

Bin ich krank, weil ich mich fantastisch fühle? Was genau ist eine manische Episode?

„Ich fühlte mich großartig. Nicht nur großartig, ich fühlte mich wirklich großartig. Alles machte absolut Sinn und befand sich auf wunderbare Weise im kosmischen Einklang. Meine Gedanken rasten in blitzartiger Geschwindigkeit von einer Idee zur nächsten. Ich machte mir von allem was geschah, Tag und Nacht Notizen.“

Kay Redfield Jamison (2)


Eine Manie ist zunächst gekennzeichnet durch eine gehobene Stimmung, bei der eine Flut von meist hochgestimmten Gefühlen, manchmal auch gereizter Stimmung ausgelöst wird. Diese Phase geht schnell in einen euphorischen Zustand über, wobei man sich sehr viel besser zu fühlen scheint als sonst. Auch das Denken verändert sich. Man glaubt klarer denken zu können und Ideen rasen durch den Kopf. In der Manie können Betroffene zwischen 180 und 200 Silben pro Minute sprechen, eine gesunde Person schafft in der Regel 122 bis 150. (1) Nicht selten gehen Kauforgien, Enthemmung und ein vermehrter Genuss von Alkohol und Drogen mit der manischen Phase einher. Das vermeintliche Glück in der Manie ist jedoch nur von kurzer Dauer. Handlungen werden nicht mehr zielgerichtet ausgeführt, Denk- und Verhaltensmuster sind zunehmend chaotisch oder verändert, und die körperliche Belastung ist in dieser Zeit sehr hoch.

 

In einer manischen Phase berichten Betroffene oft Folgendes:

  • Ich fühle mich wie „gehetzt“, „getrieben“, „unter Strom“, „überdreht“.
  • Die Welt ist so „intensiv“.
  • Mein Leben scheint plötzlich eine „besondere Bedeutung“ zu haben.
  • Ich fühle mich „ekstatisch“, „voller Energie“, als würde ich „fliegen“.
  • Alles scheint so „mühelos“.
  • Andere Leute sind „zu langsam“ und können nicht „mithalten“.
  • Ich kann nicht aufhören zu reden. Die Worte strömen einfach so aus mir heraus.
  • Es ist nicht so, dass ich nicht schlafen wollte. Ich brauche es einfach nicht.
  • Ich kann mich nicht auf eine Sache konzentrieren. Meine Aufmerksamkeit wird von allem Möglichen abgelenkt.


Die Symptome der Manie lassen sich auf einen Blick zusammenfassen (1) :

Steckbrief: Symptome der Manie

Stimmung:

  • Unangemessen gehobene, euphorische Stimmung
  • Erhöhtes Selbstwertgefühl
  • Reizbarkeit, Wutanfälligkeit

Aktivität:

  • Erhöhter Antrieb
  • Erhöhte Betriebsamkeit
  • Ungewöhnliche, riskante Unternehmungen
  • Hemmungslosigkeit
  • Rededrang (beschleunigte Sprache)

Körperliche Empfindlichkeit:

  • Erhöhtes Energieniveau
  • Vermindertes Schlafbedürfnis
  • Verminderter Appetit
  • Verstärkter Sexualtrieb (Libidosteigerung)

Denken:

  • Ideenflucht (beschleunigtes Denken, rasende Gedanken)
  • Sprunghaftes Denken
  • Eingeschränktes Urteilsvermögen (Selbstüberschätzung)
  • Größenideen

Psychose:

  • Wahnideen (Größenwahn)
  • Halluzinationen (Stimmenhören)

Die Hypomanie

Die Hypomanie ist eine mildere Form der Manie. In dieser Zeit ist oft die Kreativität und die Produktivität gesteigert, daher ist der Leidensdruck in einer solchen Phase oft sehr gering. Dennoch können eine gehobene, euphorische Stimmung und Reizbarkeit auftreten. Ein erhöhtes Energieniveau, verstärkter Sexualtrieb und riskantere Unternehmungen gehören ebenfalls zu den Symptomen der Hypomanie. Auch das Denken und die Sprache sind leicht beschleunigt. Im Gegensatz zur Manie sind Handlungen allerdings meistens noch zielgerichtet. Dennoch ist die Veränderung des Betroffenen für die Außenwelt spürbar. Menschen im unmittelbaren Umfeld haben zum Teil den Eindruck, es nicht mehr mit der gewohnten Person zu tun zu haben.

 

Zu negativen Folgen kann auch das Verhalten in diesem Zustand führen, auch wenn man sich in der Regel sehr wohl fühlt und sich selber gar nicht als krank betrachtet. Euphorie, schnelles Denken und Produktivität erscheinen dem Patienten als normal, häufig nach einer depressiven Phase mit Unwohlsein und Niedergeschlagenheit sogar als Heilungsprozess oder als Genesungszustand.

 

Die Hypomanie ist auch eine bipolare Episode. Steigt die Anzahl an unbehandelten Phasen, verschlechtert sich auch die Langzeitprognose, indem es zu vermehrten Krankheitsphasen kommen kann.

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Bipolare Erkrankungen

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