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Depressiv - Depression - Depressive Symptome

Ist Schwermut und Erschöpfung gleich Depression? Was verbirgt sich hinter meinem Seelenleid?

Depression

Deprimierend, depressiv, Depression... Wer hat diese Wörter wohl noch nicht verwendet? In verharmloster Form hat sich dieses Wort in unserem alltäglichen Sprachgebrauch etabliert, wie in etwa: „Ach herje, sind wir heute wieder depressiv?...“

Ohne Frage, jeder Mensch verfällt mal in ein Stimmungstief. Der Zustand der Depression ist jedoch ein ernstzunehmendes Krankheitsbild. Im Rahmen der bipolaren Erkrankung kann die Depression eine mehrere Monate andauernde Episode sein, die sich beispielsweise durch Gefühle der Wertlosigkeit und Pessimismus äußert. Man ist unkonzentriert und meistens in schwermütigen Gedanken gefangen.

 

Durch die verminderte Energie verfällt man oft in eine Art Lethargie. Häufig bleibt man am liebsten im Bett liegen, sogar kleine Dinge im Alltag, wie Körperhygiene oder Aufräumen, sind anstrengend. Jede noch so winzige, alltägliche Aktivität kostet Überwindung und fällt einem auf einmal sehr schwer. Traurigkeit und Niedergeschlagenheit machen sich breit.

Sehr häufig tritt auch die Gefühlsleere oder innere Leere auf.

Depression ist nicht Schmerz. Depression ist die Abwesenheit von Schmerz und Gefühl. Als ich 1993 depressiv wurde, merkte ich das daran, dass mir meine Kinder egal waren. Ich konnte nichts fühlen. Wenn ich einen Kaffee trank, regte er mich nicht an. Ging ich zu einer Party, amüsierte ich mich nicht. Wenn ich Gedichte las, berührte es nicht meine Seele. Kein Gefühl, nichts. Depression ist, nichts zu fühlen. Eine Barriere zwischen mir und meiner Umwelt. Es war mir egal, ob ich schlief. Ich schlief sowieso meistens. Ich kochte und sah, wie meine Hände Gemüse schnitten, als seien es nicht meine, als ob sie angeklebt seien. Depression ist nicht Schmerz, sondern Abwesenheit.

Allie Light (1)

In einer depressiven Episode äußern Betroffene häufig folgende Empfindungen:

 

  • Ich bin „müde“ und „alles strengt mich zu sehr an“.
  • Die Welt ist „eintönig“, „grau“, „ohne Bedeutung“.
  • Mein Leben „ist eine Last“ und „die Dinge schleppen sich so dahin“.
  • Ich fühle mich, „schwer“ und „verlangsamt“.
  • Alles scheint so „hoffnungslos“.
  • Ich fühle mich, als würde ich im „Nebel leben“.
  • Es scheint unmöglich, einmal eine Nacht gut zu schlafen. Unabhängig davon, wie dringend ich den Schlaf brauche.
  • Mich interessiert nichts mehr. Gar nichts.


Die Symptome der Depression sind im folgenden Steckbrief zusammengefasst (1). Nicht alle sind bei jedem Betroffenen und in jeder Phase gleichzeitig vorhanden:

Steckbrief: Symptome der Depression

Stimmung:

  • Gedrückte, missmutige, unausgeglichene Stimmung
  • Stimmungsschwankungen
  • Morgentief (die Stimmung ist morgens am schlechtesten und hellt sich im Lauf des Tages auf)
  • Schuldgefühle
  • Gefühl der Wertlosigkeit
  • Empfindungsverlust für Freude (Anhedonie)
  • Sozialer Rückzug (innere Emigration)
  • Lebensunmut, Selbstmordgedanken

Aktivität:

  • Verminderter Antrieb
  • Reduziertes Energieniveau
  • Apathie oder Unruhe
  • Verlangsamte Sprache

Körperliche Befindlichkeit:

  • Schlafstörungen (Schlaflosigkeit/übermäßiger Schlaf)
  • Essstörungen (Gewichtszunahme/ Gewichtsverlust)
  • Verminderter Sexualtrieb (Libidostörung)
  • Müdigkeit
  • Verstopfung
  • Kopfschmerz
  • Rückenschmerz
  • Verschlechterung von Befindlichkeitsstörungen (Hypochondrie) 

Denken:

  • Konzentrationsstörung
  • Gedächtnisstörung
  • Entscheidungsunfähigkeit
  • Denkhemmung

Psychose:

  • Wahnideen (Schuld-, Verarmungswahn)
  • Halluzinationen (Stimmenhören)

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Bipolare Erkrankungen

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