Das oft beschriebene: „Himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt - Syndrom“ spiegelt am deutlichsten den Charakter der Erkrankung wieder. Die zwei extremen Pole der Manie und der Depression treten in Episoden auf. Diese können nahtlos ineinander übergehen, werden aber auch durch symptomfreie Intervalle abgelöst. Die Dauer einzelner Phasen ist individuell unterschiedlich und kann bis zu mehreren Monaten dauern. Ohne Behandlung geht man bei einer durchschnittlichen Dauer einer Episode von vier bis zwölf Monaten aus. Bei einigen Patienten überwiegen die manischen, bei anderen wiederum die depressiven Phasen. Oft treten jedoch die depressiven Episoden verhältnismäßig häufiger auf.
Eine
Manie kann durch ein vermindertes Schlafbedürfnis, Antriebssteigerung, Gereiztheit, Ablenkbarkeit, Euphorie, Gedankenrasen, Ideenflucht, Rededrang, Aggressivität, Feindseligkeit, Nervosität, Leichtsinnigkeit, Größenideen, einer niedrigeren Hemmschwelle, aber auch durch Halluzinationen und Wahnideen gekennzeichnet sein. Der
depressive Stimmungszustand zeigt sich beim Betroffenen in der Regel durch Schlafstörungen, Hoffnungslosigkeit, Trauer und Interessenverlust. Viele Patienten sprechen von einer schwer erträglichen Gefühllosigkeit und einer inneren Leere, die sie empfinden. Darüber hinaus verlangsamen sich Denkprozesse, die Konzentration leidet und Überforderungsängste können eintreten. Auch hier können die Symptome so stark werden, dass es zu Wahnideen kommt.
Bei
Bipolaren Mischzuständen treten Symptome manischer und depressiver Episoden gleichzeitig oder in einem sehr raschen Wechsel auf.
Eine Veranschaulichung der Episoden zeigt die folgende Grafik:
![]() |
Abbildung: Beispiel für einen Verlauf der bipolaren Erkrankung ohne Behandlung, in Anlehnung an Greil et. al. 1996 |
Die Erkrankung schränkt die Lebensqualität des Betroffenen sehr stark ein, aber auch die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Person und das Umfeld werden beeinflusst. Die Prognose der Erkrankung wird schlechter, je mehr Episoden ein Patient durchlebt. Darum ist es wichtig, die Symptome so früh wie möglich zu erkennen, um eine rasche und wirksame Therapie gewährleisten zu können, die dem Betroffenen und seinen Angehörigen auch langfristig hilft.
Um die Krankheit zu erkennen und die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können, ist es entscheidend, die Krankheit zu verstehen und Frühwarnzeichen zu erkennen. Darum sollen im Folgenden die Phasen genauer beschrieben werden.